Bund, Michel Nr. 2908 postfrisch - Nationalpark Jasmund selbstklebend

Die Kreideküste im Nationalpark Jasmund ist der größte und bedeutendste geologische Aufschluss Norddeutschlands. Denn sie stellt einen Schnitt durch 70 Millionen Jahre Erdgeschichte dar und besteht keineswegs nur aus Kreide, sondern auch aus Sand, Lehm, Mergel und Findlingen. Diese Küste gibt Einblick in die jüngere Erdgeschichte, vor allem darüber, wie die Insel Rügen entstanden ist. Das Gebiet liegt durchschnittlich etwa 100 m über dem Meeresspiegel und ragt mit dem Pickberg bis auf 161 m empor. Es besitzt ein – aufgrund der Höhe und exponierten Lage in der Ostsee – ganz besonderes, dem Charakter nach teils maritimes, teils montan-winterkaltes Klima. Böden entstehen in der Zone, in der sich Lithosphäre, Hydrosphäre, Atmosphäre und Biosphäre überlagern und durchdringen. Auf Jasmund sind ganz unterschiedliche Böden entwickelt. Kreide, Geschiebemergel, Sande und organische Bildungen wie Torf sind die Ausgangsmaterialien für die Bodenbildung. Ostjasmund ist das niederschlagsreichste Gebiet an der deutschen Ostseeküste mit ca. 800 mm pro Jahr. Das im Untergrund versickerte Wasser tritt in Quellen wieder zu Tage und fließt über Bäche, münden dort in die See. Auch ein etwa 500 m breiter Streifen der Ostsee gehört zum Nationalparkgebiet. Im Nationalpark gibt es nur wenige Seen und Weiher, die meisten sind bereits verlandet. So finden sich dann auch mehr als einhundert Moore im Gebiet. Im Gebiet blieb ein reiches Spektrum naturnaher Ökosysteme bis in die Gegenwart erhalten, das durch weitgehende Eigendynamik gekennzeichnet ist. Dazu gehören die Flachwasserzonen der Ostsee, Blockstrände, Steilküsten, Wälder sowie Bäche und Moore. Die meisten Ökosysteme können als sich zyklisch wandelnde Mosaikgefüge aufgefasst werden. Sie bestehen aus ineinandergreifenden Übergängen unterschiedlicher Entwicklungsstadien. Die Kreidelandschaft Jasmunds zeichnet sich durch eine artenreiche Vegetation aus. Nur auf feuchten Standorten vertreten Erlen und Eschen die Buche. Die bewaldeten Steilhänge und Uferschluchten der Küste sind der Lebensraum von Ahorn und Ulme. Auch seltene Wildobstgehölze und Eiben gedeihen hier. In den Mooren des Nationalparkes sind Wollgräser, Fieberklee, Sonnentau, Riesenschachtelhalm und seltene Moose beheimatet. Nicht weniger interessant sind die Kalktrockenrasen auf den Küstenhängen mit verschiedenen Orchideenarten. Eine weitere Besonderheit ist die Salzvegetation der nördlichen Blockstrände. Salz-Binse, Salzmiere und Strand-Tausendgüldenkraut sind hier zu finden. Das Schalenwild ist mit Damhirsch, Rothirsch, Rehwild und Schwarzwild vertreten. Seeadler horsten in der Stubnitz. Bemerkenswert sind auch die an den Kreidekliffs brütenden Mehlschwalben. Zwergschnäpper brüten im Buchenwald. An sonnigen Frühlingstagen nutzen Kraniche die Thermik über dem Wald, um Höhe zu gewinnen, bevor sie über die Ostsee fliegen. In Feuchtgebieten finden sich Ringelnattern und Kreuzottern. Auch die seltene Glattnatter gibt es noch. Häufig ist auf sonnigen Waldwegen die Waldeidechse zu beobachten. Ein gesichertes Vorkommen haben Teich- und Kammolch ebenso wie Rotbauchunke, Erdkröte, Wechselkröte, Teichfrosch, Kleiner Wasserfrosch, Grasfrosch, Moorfrosch und Springfrosch. Als faunistische Raritäten besonders hervorzuheben ist die Alpenplanarie, ein Bewohner kalter Quellen, der als Glazialrelikt gedeutet wird sowie Edelkrebs und Bachforelle. Um die Landschaft ganzheitlich zu verstehen, muss man ihre Geschichte kennen. Im Nationalpark Jasmund finden sich Zeugnisse verschiedener Epochen der Erd- und Menschheitsgeschichte.

Article no.: b2908


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