Bund, Michel Nr. 3293-3294 postfrisch - Iltis + Wildschwein - selbstklebend

"Frischlinge" werden sie genannt, die braunweiß-gestreiften Tierkinder des Wildschweins (Sus scrofa). Das Streifenkleid vom Kopf bis zum Schwanz ist das auffälligste Erkennungsmerkmal des meist im April geborenen jungen Schwarzwilds, ehe die Färbung nach rund sechs Monaten in das schwarzbraune Borstenfell der erwachsenen Wildschweine übergeht. Im Schnitt bekommen die Bachen pro Geburt fünf bis sechs Frischlinge, welche die mit Pflanzenstoffen weich ausgelegte Nestmulde in den ersten Tagen nach der Geburt nicht verlassen. Wie ihr gesamter Lebensraum liegt auch die Kinderstube unserer heimischen Wildschweine in Laub- und Mischwäldern. Sie bevorzugen Feuchtgebiete, um sich ausgiebig im Schlamm suhlen zu können.

Die Frischlinge wiegen zwischen 800 und 1100 Gramm und werden etwa drei Monate lang gesäugt. Dazu legt sich die Bache auf die Seite, während sich die Jungen entlang der Zitzen aufreihen und durch kräftiges Saugen den Milchfluss anregen. Nach ein paar Tagen verlassen die Frischlinge die Nestmulde und beginnen damit, im Boden zu wühlen. Dabei nehmen sie schon geringe Mengen fester Nahrung auf, etwa kleine Pflanzenteile und weiche Tierstücke. Auf dem Speiseplan stehen Wurzeln, Knollen, Pilze, Baumfrüchte, Insekten und Schnecken. Erwachsene Wildschweine sind Allesfresser.

Wer Frischlinge in der freien Natur zu Gesicht bekommt, muss auf der Hut sein. In der Regel ist die Mutter in der Nähe und bereit, ihren Nachwuchs mit allen Mitteln zu verteidigen. Die Angriffslust von Wildschweinen hat schon manchen Jäger oder Spaziergänger in bedrohliche Situationen gebracht. Die Hauer, die unteren Eckzähne des Wildschweins, sind halbkreisförmig nach oben gebogen und gefährliche Waffen. Zusammenstöße zwischen Wildschwein und Mensch sind in den letzten Jahren sogar wahrscheinlicher geworden. Die intelligenten Paarhufer haben sich auch die Stadt und die Vorgärten der Wohnviertel als Lebensraum erobert. In Berliner Stadtparks etwa ist der Anblick von spielenden Frischlingen keine Seltenheit.

Der Europäische Iltis (Mustela putorius), der im größten Teil Eurasiens beheimatet ist, jagt als nachtaktiver Erdmarder vorwiegend auf dem Boden. Seine Lebensräume sind offene Waldränder, Felder und Wiesen, aber auch Scheunen und Ställe. Die Kopfrumpflänge des Männchens beträgt etwa 40 Zentimeter, die Schwanzlänge 13 bis 19 Zentimeter, Weibchen sind deutlich kürzer und auch leichter. Die Brunstzeit fällt in die Monate März bis Juni. Nach sechs Wochen Tragzeit kommen in leeren Kaninchenbauten oder selbst gegrabenen Höhlen durchschnittlich drei bis sieben Junge zur Welt. Sie sind drei bis sieben Zentimeter lang und haben ein weißes Fell. Die Mutter leckt sie ab und bedeckt sie auf einem Heu- und Moosbett mit ihrem Körper.

Die kleinen Iltisse sind gleich sehr lebhaft und lassen eine Art "Nestgezwitscher" vernehmen. Schon nach drei Wochen verzehren sie das von der Mutter mitgebrachte Fleisch und öffnen nach einer weiteren Woche die Augen. In der Folge beginnen sie zusehends, ihren Bewegungsdrang auch außerhalb des Nestes auszuleben. Langsam werden sie "iltisfarben", das heißt über dem gelblichen Unterfell färbt sich das Oberfell dunkelbraun bis schwarz. Wenn die Mutter die Kinder bei ihren Ausflügen ums Nest wieder einsammelt, packt sie die Jungen am Nacken, die dann in "Tragschlaffe" verfallen. Bald ist die Mutter aber mit den Rückholaktionen überfordert und die Jungen tollen in dauerndem Spiel umher und balgen sich um das Futter.

Nach drei Monaten hat der Nachwuchs das Gewicht der Eltern erreicht und die Familie löst sich auf. Nun begeben sich die Jungiltisse allein auf die Jagd nach Fröschen, Kröten, Fischen, Nagetieren, Vögeln und Eiern. Die Beutetiere werden durch Nackenbiss getötet. Ihrerseits sind Iltisse Beutetiere von Fuchs, Wolf, Wildkatze und Greifvögeln. In freier Natur erreichen Iltisse ein Alter von etwa sechs Jahren. Was seinen Schutzstatus angeht, befindet sich der Iltis in Deutschland auf der Vorwarnliste. Akut ist sein Bestand hierzulande nicht gefährdet.

Article no.: b3293-4


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