Bund, Michel Nr. 2891-2892 postfrisch - In Deutschland zu Hause - Einfallsreichtum

Manchmal ist es vielleicht das spezielle Design einer Thermosflasche, die wir irgendwo auf der Welt in die Hand nehmen, welches uns plötzlich an unser Zuhause erinnert; Form, Farbe und Funktion schlagen damit die Erinnerungsbrücke in die Heimat. In vielen Fällen steht auch hinter der Entwicklung von technischen Geräten oder Designobjekten im Einzelfall ein Erfinder oder eine Entwicklerin und häufig genug sind damit auch konkrete Patentanmeldungen verbunden gewesen. Gerade Deutschland blickt in dieser Hinsicht auf eine umfangreiche Palette von Erfindungen zurück, und auch aktuell werden Jahr für Jahr mehrere tausend neue Patentan-meldungen eingereicht. Die Namen der jeweiligen Erfinder sind der Öffentlichkeit zumeist unbekannt. Vor diesem Hintergrund stellt die Briefmarkenreihe In Deutschland zu Hause in besonderer Weise eine Verbindung her zu dem, was das Land der Ideen ausmacht. Auf dieses Phänomen, dass auch im Alltäglichen stets etwas Besonderes enthalten ist, möchte die Edition aufmerksam machen. Thermosflasche (Reinhold Burger 1903) - Die Idee kam aus der chemischen Forschung: Eine doppelwandige Flasche mit einem Vakuum zwischen den beiden Glaskörpern hält Stoffe so gut kalt wie heiß. Der in Berlin ansässige Glasfabrikant Reinhold Burger griff das auf und meldete 1903 einen entsprechend konstruierten Behälter für Nahrungsmittel zum Patent an. 1904 begann die Produktion der Flaschen, für die nach einem Wettbewerb zur Namensfindung die Bezeichnung Thermos zur Marke wurde. Doppelkammerteebeutel (Teekanne 1949): Es begann mit einem Missverständnis: 1904 verschickte ein amerikanischer Importeur Teeproben in kleinen Seidensäckchen. Seine Kunden entnahmen die Blätter nicht wie vorgesehen, sondern gaben den kompletten Beutel in die Kanne. Absicht steckte dagegen hinter einem Produkt der Dresdner Firma Teekanne: Die gezuckerten, in Mull verpackten Teeportionen, sogenannte Teebomben, die während des Ersten Weltkrieges auf dem Markt kamen, markierten den Beginn einer Erfolgsgeschichte. 1949, mittlerweile im niederrheinischen Viersen ansässig, ließ Teekanne den noch heute gebräuchlichen Doppelkammer-Aufgussbeutel patentieren, der ein optimales Umspülen mit dem Teewasser ermöglicht und die volle Aromaentfaltung garantiert. Currywurst: Aus unserem heutigen Alltag ist sie nicht mehr wegzudenken: Als kleine Stärkung zwischendurch oder auch als später Imbiss auf dem Nachhauseweg nach dem Kinobesuch – die Currywurst gehört dazu. Liedermacher wie Herbert Grönemeyer oder Autoren wie Uwe Timm widmen diesem Snack eigene Arbeiten. Entwickelt wurde die charakteristische, spezielle Gewürzrezeptur in der unmittelbaren Nachkriegszeit vermutlich von Herta Heuwer in Berlin; inzwischen eroberte die heiße Köstlichkeit jedoch die Gaumen in ganz Deutschland und darüber hinaus. Grammophon (Emil Berliner 1887): Diese Erfindung hat eine Vorgeschichte: Der von Thomas Alva Edison 1877 entwickelte Phonograph übertrug Schallwellen auf eine mit Wachs überzogene Walze, die mit Hilfe einer Nadel abgespielt werden konnte. Die Lautverstärkung erfolgte über einen Trichter. Das Grundprinzip griff der 1851 in Hannover geborene Emil Berliner auf. Als Tonträger verwendete er eine runde Scheibe, die auf einem rotierenden Teller lag. 1887 meldete er sein Grammophon in Washington zum Patent an. Den kommerziellen Durchbruch erzielte er damit nach 1895, als es ihm gelungen war, aus einem Gemisch von Füllstoffen, Ruß und Schelllack eine beliebig oft kopierbare, dauerhafte Schallplatte zu entwickeln. Tonband (Verfahren zur Herstellung von Lautschriftträgern, Fritz Pfleumer 1928): Es bedurfte eines Umweges: Fritz Pfleumer entwickelte in Dresden mit Bronzelack überzogene Papiere für Zigarettenmundstücke. Daraus entstand die Idee, als Träger für die magnetische Tonaufzeichnung Papierstreifen mit Eisenpulver zu beschichten. 1928 meldete er sein Verfahren zur Herstellung von Lautschriftträgern zum Patent an. Als problematisch erwies sich dabei die geringe Reißfestigkeit der Papierstreifen. Dennoch griff die AEG Pfleumers Erfindung auf und gewann die Badische Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen für die Entwicklung eines strapazierfähigen Kunststoffbandes. 1934 wurde das erste damit arbeitende Tonbandgerät unter dem Namen Magnetophon präsentiert. mp3 (Fraunhofer-Institut 1987): Das Zauberwort heißt Komprimierung: Schon Ende der 1970er Jahre begannen an der Universität Erlangen-Nürnberg Entwicklungsarbeiten zur digitalen Speicherung von Musik. 1987 wurde in einer Forschungsallianz mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen das später mp3 getaufte Verfahren von einem Team so weiterentwickelt, dass nur noch 10 Prozent des Speicherplatzes des Originals benötigt wurde. Mp3 veränderte Hörgewohnheiten und Konsum weltweit. Musiksammlungen, die zuvor ganze Schränke füllten, passten nun in Abspielgeräte von der Größe einer Streichholzschachtel.

Artikelnr.: b2891


1,80 €

Inkl. MwSt. Differenzbesteuerung nach §25a UStG. MwSt. nicht ausweisbar.

zzgl. Versandkosten

Bitte beachten Sie den Mindestbestellwert von 10,00 €

Derzeit nicht vorrätig.


In den folgenden Kategorien gelistet


* Gilt für Lieferungen nach Deutschland. Lieferzeiten für andere Länder und Informationen zur Berechnung des Liefertermins siehe hier.

* alle Preise sind inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten.