Er war „der Lange“ oder „der Mann mit der Mütze“. Vor allem aber ist er bis heute Deutschlands erfolgreichster Bundestrainer (1964–1978). Als bis dato einziger Bundestrainer gewann Helmut Schön mit der Europa– und der Weltmeisterschaft zwei große Titel. Er prägte zudem eine ganze Spielergeneration: Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Günter Netzer, Wolfgang Overath, Gerd Müller und andere mehr. Die Ära Schön glänzte durch attraktiven Fußball. Zu Beginn der 1970er Jahre galten die deutsche Nationalmannschaft und ihre offensive Spielweise als weltweit vorbildlich.
Der 1915 in Dresden geborene Helmut Schön – in seiner aktiven Zeit selbst Nationalspieler – trat 1964 die Nachfolge Sepp Herbergers als Bundestrainer an. Sein Führungsstil war offener, auf Dialog angelegt. Die Spieler dankten es ihm mit guten Ergebnissen: Vizeweltmeister 1966 in England, WM-Dritter 1970 in Mexiko, Europameister 1972 und als krönender Höhepunkt die Weltmeisterschaft 1974. Mit Helmut Schöns Amtszeit verbinden sich viele hochemotionale Momente. Etwa das umstrittene „Tor von Wembley“ 1966. Oder fußballerische Sternstunden wie das WM-Halbfinale 1970 gegen Italien. Es ging zwar 3:4 verloren, Experten stufen es aber bis heute als „Spiel des Jahrhunderts“ ein. In diese Reihe gehört auch der 2:1-Zittersieg im WM-Finale 1974 gegen die Niederlande. Es war der größte Triumph des stillen Strategen.
1978 trat Helmut Schön von seinem Amt zurück. Seine Bilanz in 139 Länderspielen kann sich sehen lassen: 87 Siege, 31 Unentschieden und 21 Niederlagen. Bei seiner Verabschiedung erklingt im Frankfurter Waldstadion das Lied „Der Mann mit der Mütze geht nach Haus“. Der Sänger Udo Jürgens hat es eigens für ihn komponiert. Es war ein leiser Abschied, der gut zu dem sensiblen Sachsen passte. Helmut Schön starb 1996 in Wiesbaden.
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