Bund, Michel Nr. 3246-3247 postfrisch - Fühler Nachtpfauenauge, Strahlentierchen

Fühler Nachtpfauenauge

Der Name trügt. Obwohl der Schmetterling „Kleines Nachtpfauenauge“ (Saturnia pavonia) heißt, ist er einer der größeren und auch schönsten Nachtfalter Europas. Daneben fällt insbesondere das Männchen durch seine ausladenden, fächerförmigen Fühler auf. Die ungewöhnliche Optik der Fühler lässt sich zwar bereits mit dem bloßen Auge erahnen, doch erst in 40-facher Vergrößerung tritt ihre einzigartige Form offen zu Tage. Möglich wird dies mit Hilfe einer speziellen Fototechnik, der Mikrofotografie.

Die Mikrofotografie bedient sich in manchen Fällen einer an ein Mikroskop angeschlossenen Kamera. Beim Fühler des Nachtpfauenauges enthüllt sie die Grundstrukturen eines evolutionären Geniestreichs, der ohne Vergrößerung niemals sichtbar werden würde. Nur wenige Fotografen beherrschen die Kunst der Mikrofotografie so wie Prof. Manfred P. Kage, von dem die Abbildung des Nachtfalterfühlers stammt. Mittels hochmoderner Mikroskoptechnik lässt der Pionier Mikrokosmen in ganz neuem Licht erscheinen.

Die Weibchen erreichen eine Flügelspannweite von ca. 7-8 Zentimeter, die Flügel der Männchen werden ca. 5-6 Zentimeter breit. Seine geringere Größe macht der männliche Falter durch ein farbenprächtiges Äußeres wett. Kontrastreich orange, weiß, schwarz und manchmal auch rosa sind die Flügel des männlichen Nachtpfauenauges gefärbt. Das Weibchen ist farblich unauffälliger, es trägt ein braungrauweißes Flügelkleid. Beiden gemeinsam sind markante augenähnliche Flecken auf den Flügeln, die wohl der Abschreckung von Feinden dienen. Durch die halbmondförmigen Zeichnungen am oberen Rand erscheinen die „Augen“ besonders realistisch. Auch aus einem zweiten Grund ist der Name des Schmetterlings irreführend. Denn nur das weibliche Kleine Nachtpfauenauge ist ein echter Nachtfalter. Das Männchen ist vor allem am Tag aktiv und flattert von April bis Mai durch Gärten und offenes Gelände. Sein einziges Ziel: Ein Weibchen, dessen Duftstoffe er mittels seiner fiederig gefächerten Fühler kilometerweit wahrnehmen kann.

Strahlentierchen

„Kunstformen der Natur“ nannte der Naturforscher Ernst Haeckel (1834–1919) einst die winzigen Strahlentierchen, die in riesigen Mengen die Weltmeere bevölkern. Die meist nur zwischen 0,1 und 0,4 Millimeter großen Einzeller sind Meister der Architektur. Aus glasigem Silikat bilden sie kunstvoll geformte Gehäuse mit filigranen, häufig symmetrisch angeordneten Öffnungen. Andere Bauwerke erinnern mit ihren strahlenförmigen Fortsätzen an winzige Stachelkugeln oder futuristische Science-Fiction-Konstruktionen.

Doch die Gehäuse sind nicht nur schön anzusehen, sie gleichen auch einem Bollwerk: Seit Millionen Jahren trotzen die Winzlinge damit ihren Fressfeinden. Wissenschaftliche Messungen haben gezeigt, dass die Gehäuse Kräften von umgerechnet bis zu 700 Tonnen pro Quadratmeter standhalten. Dieser Druck entstünde, wenn sieben Elefanten auf einem DIN-A4-Papier Platz nehmen könnten. Ein Wunderwerk der Natur, das sich auch die Bionik zunutze macht: Das interdisziplinäre Forschungsfeld überträgt Lösungen aus der Natur auf die Technik und entwickelt daraus Innovationen. So kommt das Strukturprinzip der Strahlentierchen-Schalen im technischen Leichtbau zur Anwendung. Bioniker entwickelten bereits serienreife Produkte für die Industrie, darunter eine extrem stabile Autofelge aus Faserverbundwerkstoff.

Um die kunstvollen Strukturen der Strahlentierchen analysieren zu können, müssen sie für das menschliche Auge jedoch erst sichtbar gemacht werden. Dies gelingt mit Hilfe der Mikrofotografie, die in der Lage ist, die Winzlinge um das bis zu über 100 000-fache und mehr zu vergrößern. Ein Pionier an dieser Grenze zwischen Wissenschaft und Kunst ist Prof. Manfred P. Kage. Seit Jahrzehnten dringt der deutsche Mikrofotograf mit immer wieder auf den neuesten Stand gebrachten Techniken in ganz neue Welten vor. Unter dem von ihm für seine Kunst geprägten Begriff „Science Art“ macht er Unsichtbares sichtbar. Das Ergebnis sind Aufnahmen, die in ihrer Schönheit zugleich begeistern wie verblüffen.

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