Bund, Michel Nr. 2560-2563 postfrisch - Wohlfahrt: Eisenbahnen in Deutschland

Die Briefmarken der Serie Für die Wohlfahrtspflege erscheinen mit Zuschlägen für die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Die Zuschlagserlöse kommen diesem Zusammenschluss wohltätiger Organisationen zugute, die damit bedürftigen Menschen helfen. Die diesjährige Ausgabe würdigt das Thema Eisenbahnen in Deutschland. Entscheidend für die Entwicklung der deutschen Eisenbahn war die Eröffnung der ersten deutschen Bahnlinie zwischen Nürnberg und Fürth im Jahr 1835. Sie war der Auftakt eines überzeugenden Siegeszugs dieses Verkehrsmittels. Im 20. Jahrhundert wurden die ursprünglichen Dampflokomotiven nach und nach durch Diesel- und Elektrolokomotiven ersetzt. Die aktuellen Marken der Serie Für die Wohlfahrtspflege würdigen vier herausragende Eisenbahntypen. 1933 wurde von der Reichsbahn ein zweiteiliger Dieseltriebwagen eingeführt, der die 287 Kilometer lange Strecke von Berlin nach Hamburg in nur zwei Stunden und 18 Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 125 km/h zurücklegte. Das war sensationell und brachte dem offiziell als VT 877a/b bezeichneten Zug im Volksmund den Namen Fliegender Hamburger ein. Nach seiner ersten Fahrt war er sofort für Wochen ausgebucht. Deshalb setzte die Deutsche Reichsbahn weitere Züge dieses Modells mit dem Ziel ein, ein deutschlandweites Schnellfahrnetz zu schaffen. Reisende sollten binnen eines Tages von allen großen Städten Deutschlands nach Berlin und zurück fahren können. Ein Original-Teilstück des ersten Fliegenden Hamburgers ist im Museum der Deutschen Bahn in Nürnberg zu besichtigen. In den 1980er Jahren wurde der elektrisch angetriebene InterCityExpress (ICE) entwickelt. Er erreichte bei Testfahrten Geschwindigkeiten von mehr als 400 km/h. 1991 begann sein planmäßiger Einsatz. Um hohe Geschwindigkeiten zu ermöglichen, wurden eigens kurvenarme Strecken gebaut. Gegenwärtig können in Deutschland auf 1.036 Kilometern Schienenstrecke Züge mit über 250 km/h verkehren. Schnellstes Fahrzeug der ICE-Flotte ist der ICE 3, der seit 2000 im Einsatz ist. Er erreicht sowohl zwischen Köln und Frankfurt als auch zwischen Nürnberg und München 300 km/h. Der ICE gilt heute als das »Flaggschiff« der Deutschen Bahn. Für die Deutsche Bundesbahn fuhr ab 1957 der dieselgetriebene Trans Europ Expresszug (TEE) mit charakteristischer Frontpartie, den sie als ihr neues Prunkstück präsentierte. Der Triebzug VT 11.5 erreichte fast 200 km/h. Er war der bundesdeutsche Beitrag für das internationale Schnellzugnetz der TEE-Züge, auf das sich mehrere Staaten der Europäischen-Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Schweiz 1954 verständigt hatten. Da man sich nicht auf einen Zugtyp einigen konnte, setzten viele Mitgliedstaaten eigene, moderne Zugmodelle ein - lediglich die rot-beige Lackierung war einheitlich. Der letzte deutsche TEE stellte 1987 seinen Dienst ein. Aber auch die Dampflok war, trotz des Erfolgs der neuen Dieseltechnologie, noch nicht aus dem Rennen: Mit dem Henschel-Wegmann-Zug, der ab 1936 eingesetzt wurde, zeigte man eine alte Technologie in neuer stromlinienförmiger Verkleidung. Der Henschel-Wegmann-Zug erreichte Geschwindigkeiten von 185 km/h und schaffte die Strecke von Berlin nach Dresden in nur 100 Minuten. Die Stromlinien-Dampfloks wurden ab 1957 verschrottet. Ein Nachfolgermodell, die Schnellfahrlok 18 201, ist bis heute erhalten. Sie erreicht bis zu 180 km/h und zählt zu den schnellsten Dampfloks der Welt.

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